27. März 2011
Der Dorstener Kunstverein gab Mitgliedern und Freunden Gelegenheit zum Besuch von zwei besonders interessanten Ausstellungen in Duisburg:
„Max Klinger – Von der herben Zartheit schöner Formen“
im LehmbruckMuseum
Vor Beginn der Ausstellung wird der Besucher zunächst im Eingangsbereich des Museums mit 43 farbig bemalten Bronzebozetti des „Herkules“ von Markus Lüpertz konfrontiert, die so ganz im Gegensatz stehen, zu dem, was in der Ausstellung Max Klinger zu sehen ist.
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Die Ausstellung Max Klinger (1857-1920) zeigt den Maler, Grafiker und Bildhauer als einen der einflussreichsten Künstler seiner Zeit, dessen Vorstellung vom Gesamtkunstwerk auch in seiner bildkünstlerischen Beschäftigung mit Musik (Ludwig van Beethoven), Literatur und Philosophie (Friedrich Nietzsche) zum Ausdruck gelangt. Berühmt wurde Klinger zunächst durch seine symbolistischen und gesellschaftskritischen Radierzyklen, sodann durch polychrom gestaltete Bildwerke wie „Die Neue Salome“ (1893), „Kassandra“ (1894) und „Beethoven“ (1902).
Harry Graf Kessler erachtete 1894 den in Paris, Rom und Leipzig tätige Künstler als „eines der größten lebenden Genies“, dessen nachhaltiger Einfluss auf Giorgio De Chirico und den frühen Surrealismus, auf Käthe Kollwitz, Alfred Kubin und Max Beckmann mit Händen greifbar ist. Auch Wilhelm Lehmbruck stand vor allem im Düsseldorfer Frühwerk nachhaltig unter dem Einfluss Klingers. Die in dieser Ausstellung erstmals überhaupt realisierte Gegenüberstellung Klingers und Lehmbrucks mit ausgewählten Werken aus dem Bestand des Lehmbruck Museums kann diese Berührung eindrucksvoll veranschaulichen.
Eine sicher interessante Ergänzung zu dieser Ausstellung war der anschließende Rundgang durch die ständige Ausstellung Lehmbruck. Hier wurden durch die neue Museumsleitung neben den alten Skulpturen u.a. auch Werke der Künstler Constantin Brancusi (die blonde Negerin), Georg Segal (Frau im Spitzenhemd) und Alexander Archipenko (flacher Torso) gezeigt.
„Sehwelten aus über 5.000 Jahren„
Museum DKM kontemplativ– Der Ort der Kunst und Kultur in Duisburg
Die Sammlung DKM vereint fünf weit auseinander liegende Bereiche:
Einerseits zeitgenössische Kunst seit den 60er Jahren des 20. Jh., andererseits bis über 2000 Jahre alte sowie aktuelle Kunst aus Südostasien, ferner Kunst aus Alt-Ägypten, China und Thailand, zudem Gefäße aus 5.000 Jahren Kulturgeschichte bis in die Gegenwart und schließlich klassische sowie zeitgenössische Fotografie.
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Das DKM verbindet somit moderne westliche und asiatische Kunst und betont besonders die meditative Seite der beiden Welten. So besteht Gelegenheit, in wohltuenden Ruheräumen über das gesehene Anschauungsmaterial nachzudenken, in sich zu gehen. Besonders eindrucksvoll erschien u.a. der kurze Aufenthalt in einem Raum, in dem man fasziniert war von einem einzigartigen monumentalen Buddha-Kopf. Man tauchte ein in eine total andere Welt und war überrascht, sich nur wenige Räume weiter modernster Kunst gegenüberzusehen. Im Obergeschoss 3, erreichbar über das hintere Treppenhaus, finden sich Statuen und Reliefs des 1.- 4. Jh. aus Gandhara (Afghanistan, Pakistan), einem Schmelztiegel von hellenistischer und buddhistischer Kultur, an der alten Seidenstraße.
Die Führung durch dieses Privatmuseum, die sich über mehrere Etagen erstreckte, ist sicherlich ein besonderes Erlebnis gewesen, nicht nur hinsichtlich der Vielzahl von ausgestellten Gegenständen sondern insbesondere auch wegen der interessanten Raumgestaltaung, die eine besonders großzügige Präsentation der so unterschiedlichen sehenswerten Kunstwerke ermöglicht.












