Eine Ausstellung der besonderen Art lockte Mitglieder und Freunde des Dorstener Kunstvereins im November nach Düsseldorf.

„Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen acht Künstlerinnen, die in den 1920er und 1930er Jahren maßgeblich an den ästhetischen Neuerungen in Europa beteiligt waren. Durch ihr hohes künstlerisches Niveau, ihre zielstrebige Kontaktsuche und unbedingtes Engagement vernetzten sie sich stets im Zentrum der Avantgarde.

Es sind Claude Cahun (1894-1954), Dora Maar (1907-1997), Sonia Delaunay (1885-1979), Florence Henri (1893-1982), Hannah Höch (1889-1978), Sophie Taeuber-Arp (1889-1943) und die weniger bekannten Katarzyna Kobro (1898-1951) und Germaine Dulac (1882-1942), deren Leben und Werken in der Ausstellung erstmals in dieser Zusammenstellung entdeckt werden können.

Die Gesamtspanne ihrer künstlerischen Arbeiten umfasst unterschiedliche ästhetische Richtungen vom Dadaismus über den Konstruktivismus bis hin zum Surrealismus. Ebenso vielfältig sind die künstlerischen Mittel: Malerei, Fotografie, Collage, Film und Skulptur.

Die „andere Seite des Mondes“ wendet sich den weiblichen Pionieren der Avantgarde zu: Künstlerinnen, die frühzeitig an den Bewegungen ihrer Zeit teilgenommen und die zur Begründung und Verbreitung neuer Stilrichtungen beigetragen haben. Beispielhaft für diese Riege der Pionierinnen steht Sophie Taeuber-Arp.

Mit ihrem umfassenden Werk, das den Dadaismus und die geometrisch-abstrakte Kunst miteinander verknüpft und sogar in Randbereichen den Surrealismus berührt, gilt sie in den Kreisen von Cercle et Carré und Abstraction-Creation als die „Verbindungen Schaffende“ per excellence.

Fast alle der vorgestellten Künstlerinnen waren zeitweise eng miteinander befreundet, andere kannten sich indirekt durch ihre Werke. Die Wege, Querverbindungen, wechselnden Freundschaften und temporären Paarbildungen –kurz: die europaweiten Netzwerke dieser Künstlerinnen – sollen in den rund 230 Werken der Ausstellung sichtbar und erfahrbar werden

Dora Maar (1907-1997) und Claude Cahun (1894-1954) gelten als die radikalsten Vertreterinnen des frühen Surrealismus, wobei Claude Cahun in ihren Werken jeglicher Weiblichkeit abschwor. Das begann mit der Änderung ihres Vornamens und ihrer Kleidung.“

 

Dorsten, im November 2011

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