2006

Fünfundzwanzig Geschichtsinteressierte nahmen an der 16. Kulturfahrt des Dorstener Kunstvereins teil und erlebten in Quedlinburg drei Tage eine Geschichtsexkursion der intensiven Art. Mit Besichtigungen bedeutender Kirchen, Klöster, Schlösser, Burgen, Stadtzentren und mit dem Kunsthistoriker Winfried Korf als Reiseleiter, erwanderte sich die Gruppe über holpriges Katzenkopfpflaster unter anderem Deutschlands bedeutendstes Fachwerkflächendenkmal im Stadtkern von Quedlinburg, ließ sich das dominierende architektonische Ensemble von romanischer Stiftskirche, Schloßbereich, St. Wiperti-Klosterkirche und den Wipertifriedhof mit dem Grabmal vom berühmtesten Sohn der Stadt, Friedrich-Gottlieb Klopstock (1724-1803), dem Urvater der klassischen deutschen Dichtung ebenso erläutern, wie die vielen markanten Gebäude innerhalb der zum Unesco Weltkulturerbe erhobenen Stadt. Natürlich stand auch ein Besuch des Feininger-Museums auf dem Programm.

Ein Höhepunkt der Exkursion war die Führung durch die ehemalige Nonnenstiftskirche St. Cyriakus in Gernrode, die als am besten erhaltener ottonischer Sakralbau gewertet wird. In Ballenstedt interessierte die Reiseteilnehmer neben dem dreiflügeligen Barockschloß besonders der Landschaftspark von Lenne. Abgeschlossen wurde das Tagespensum mit dem Besuch der imposanten 1155 erstmals erwähnten Burg Falkenstein im Harz, wo der Rechtswissenschaftler Eike von Repgow den „Sachsenspiegel“ verfasste, ein mittelalterliches Rechtsbuch und Vorläufer unseres heutigen „Bürgerlichen Gesetzbuches“.

Der letzte Tag führte die Gruppe nach Halberstadt, dem wohl ältesten Bischofssitz Mitteldeutschlands. Nach einem kurzen Blick in den Dom hatte es den Teilnehmern besonders die im Westen des Domplatzes gelegene Liebfrauenkirche angetan, eine rein romanische viertürmige Pfeilerbasilika mit einem weltberühmten Chorschrankenrelief. In der Martinikirche endete der Besuch in Halberstadt. Dieser Sakralbau dient seit 1983 nicht mehr ausschließlich der kirchlichen Nutzung, sondern steht heute für Konzerte, für Ausstellungen mit moderner Kunst und für repräsentative Veranstaltungen der Stadt zur Verfügung. Von dieser „Bürgerkirche“ ging im Herbst 1989 durch die „Friedensgebete“ die politische Wende in Halberstadt aus.

Zur Stärkung, inneren Einkehr und als Abschluß von insgesamt vier interessanten Tagen, steuerte der Reisebus Kloster Drübeck an, wo die Klosterkirche St. Vitus mit ihren Doppeltürmen den malerischen Ort Drübeck am Fuße des mächtigen Brockenmassivs weit überragt. Als frühromanischer Kirchenbau gehört die Stiftskirche auch zum Tourismusprojekt „Straße der Romanik“.

Auch diese Kunstreise hat wieder einmal alle Erwartungen der Teilnehmer erfüllt und so schauen wir gespannt aufs nächste Jahr und auf die nächste Mehrtagesfahrt des Dorstener Kunstvereins.

Anstehende Termine
    In Planung
    Der Drubbel in Dorsten